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Stoppok

am 09.05.2003 in der Aula des GTO

Und Geschichten erzählen, viele Geschichten...

Normalerweise kennt man Stefan Stoppok nur mit Band oder zumindest in Begleitung eines Bassisten. Von Zeit zu Zeit allerdings gönnt er sich und seinen Fans den Luxus, ihn solo und hautnah zu erleben. Diesen Genuss boten am vergangenen Freitag die Kulturkommode Osterburken und die SMV des Ganztagesgymnasiums dem Publikum in der GTO-Aula.

Von Beginn an wurde deutlich, wie sehr der "Ruhrpott-Poet mit der nölenden Stimme" diese Solo-Auftritte schätzt, denn genauso wie seine Liedauswahl sich seiner oder der Stimmung der Zuschauer anpassen kann, so spontan ist er dann auch im Erzählen seiner Geschichten. Und davon hattte er verdammt viele im Gepäck. Dass er einige in seinen Stücken verarbeitet liegt auf der Hand, wie etwa im autobiographischen Opener "Zwischen Twen-Tours und Seniorenpass", in dem er die vermeintlichen Ungerechtigkeiten, die ihn und seine Altersgenossen betreffen, auf humorvolle Weise anprangert.

Machte auch mit Banjo ne gute Figur

Überhaupt verpackt er Kritisches, wie in "Tanz", oder Absurditäten aus seiner Heimat im Ruhrpott ("Willie und Gerd") gerne in witzige Texte, in denen er oft genug seinen Hang zur Übertreibung auslebt, so dass man sich nie sicher sein kann, ob es sich um klug Erdachtes oder tatsächlich Erlebtes handelt. Doch genau das macht Stoppok so unterhaltsam. Was nicht heißt, dass er nicht auch genauso schöne wie ernstgemeinte Liebeslieder ("Wetterprophet", "Wer mir fehlte") im Repertoire hat.
Dass er nicht zuletzt auch ein hervorragender Instrumentalist ist, bewiesen seine Gitarrensoli (z.B. in "Herzlos").

Bernie Conrads - Überraschungsgast in Osterburken

Nach der Pause warteten die Veranstalter mit einem besonderen Bonbon auf: Bernie Conrads, ein alter musikalischer Weggefährte und Texter für Stefan Stoppok begleitete ihn bei einigen Stücken. Der in der Nähe von Würzburg lebende Conrads wurde vor allem in den Achtziger Jahren mit "Bernies Autobahn Band" bekannt. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten gemeinsamen Werke (u.a. "Nur'n Film", "Tage wie dieser"), die die beiden mit offensichtlichem Vergnügen an diesem Abend zum Besten gaben – ein Erlebnis, das selbst für eingefleischte Stoppok-Fans Seltenheitswert besitzt.

Im Zugabenteil drehte der Mann aus dem Ruhrpott dann mit "Learning by burning" und "Dumpfbacke", einer seiner größten Hits, noch einmal gewaltig auf.
Man konnte an diesem Abend erleben, dass Stefan Stoppok Musiker aus Leidenschaft ist und seine Lieder nutzt, um seine Botschaften an die Leute zu bringen – auch ohne Rücksicht auf eventuelle Kritiker. Die Dramaturgie des Konzerts, so Stoppok, unterbreche er gerne zu Gunsten von Zuhörerwünschen. Dass dies zuweilen auf Kosten der Textsicherheit ging, schob er dann kurzerhand und schelmisch grinsend, auf sein Gefühl, nicht das richtige Hemd zu tragen und hatte für solche Gelegenheiten prompt das passende Stück, "Scheisse am Schuh", parat.

Ein Bonbon für alle Stoppok-Fans: Session mit Bernie Conrads

Um Ausreden und skurrile Geschichten ist Stoppok nicht verlegen. Er kann eben mit Worten umgehen. Und mit Menschen. Komödiant und Musiker zugleich, versteht er es, den Zuhörer gebannt auf die Pointen warten zu lassen.
Man kann das mögen oder nicht. Unbestreitbar ist jedoch, dass der über dreistündige Auftritt von Stefan Stoppok in Osterburken ein besonderes und geniales Konzert war.

Text: Martin Hammer
Photos: Michael Pohl

P.S.: Zu den Anfragen einiger Konzertbesucher bezüglich Kauf von CD's sei gesagt, dass jeder bessere CD-Laden was von Stoppok haben sollte. Und wenn nicht, dann könnt Ihr immer noch fast alle CD's bei Amazon bestellen, die ham se nämlich! Oder zum Teil auch im Shop auf Stefans Homepage.