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Mistcapala

am 13.09.2008 in der Alten Schule

Schweizer Grenzkontrolle

Dass in Landsberg am Lech nachgewiesenermaßen die glücklichsten Menschen Deutschlands leben, ist hinlänglich bekannt. Dass sich diese Tatsache jedoch auch positiv auf die Unterhaltungsqualitäten seiner Bewohner auswirkt, davon konnten sich die Besucher der Kulturkommode im voll besetzten Saal der Alten Schule überzeugen. "Miscapala" zieht seit Jahren als Herrenquartett auf Humormission erfolgreich durch die Lande und hinterließ auch in Osterburken ein begeistertes Publikum.


Als Musikkabarett überschreiben die vier Landsberger ihre Programme, jedoch ist es schwer zu entscheiden, ob man sie als Kabarettisten mit großem musikalischen Können oder als hervorragende Instrumentalisten mit Sinn für heitere Einlagen bezeichnen soll. Einigen wir uns also darauf: Mistcapala ist eine Formation, die mit abwechslungsreicher, handgemachter Musik und viel Witz ihr Publikum einen Abend lang bestens unterhalten kann.


Mistcapala - Musik-Kabarett vom Feinsten


"Unlustknabe" Tom

Zum Einsatz kommen dabei eine Vielzahl, zum Teil überraschender Instrumente, mit denen die Musiker ihre zumeist selbst geschriebenen Lieder interpretieren. Die geborenen Landsberger Armin Federl und Vitus Fichtl legen an Akkordeon und Gitarre die harmonische Basis, Tobias Klug, der Mann aus Landberg-Ost, zupft und streicht seinen Kontrabass und Tom Hake ist als Multiinstrumentalist vom Dudelsack über Klarinette bis zu Drehleier und Harfe mit allem zugange, was zu blasen und zu zupfen ist. Derart ausgerüstet spielten sie wunderschöne Instrumentalstücke und begleiteten virtuos die Texte um aberwitzige Anekdoten, mit denen sie schon sehr bald das Publikum mitzureißen vermochten. Ob es um die Schicksalsstunde der Yorkshire-Hündin Pepita geht, die ausgerechnet auf einer Hunderasseschau ihr Leben lassen muss, um das harte Leben als Goofy im Disneyland oder um den verzweifelten Versuch, einem Schweizer Zollbeamten mittels eines Grenzkonzerts zu beweisen, dass der mitgeführte Gegenstand etwa kein totes Tier sondern ein Unterfränkischer Dudelsack ist – stets präsentierte sich "Mistcapala" mit jeder Menge trockenem Humor und hoher Musikalität.



"Pippi" Vitus Fichtl

Seine Lieder leitete das Herrenquartett mit komödiantischen Spielszenen ein, insbesondere der gebürtige Rheinländer Tom Hake begeisterte ein ums andere Mal als Conferencier und als hervorragender Imitator von Dialekten und Darsteller unterschiedlicher Persönlichkeiten. Unnachahmlich war dabei sein Auftritt als "Unlustknabe" und dessen Rap, der von zwei Brummtöpfen begleitet wurde. Immer wieder wurden Skurrilitäten eingestreut, die regelrechte Lachsalven hervorriefen, wie z.B. die Verwendung eines Pippi-Langstrumpf-Zopfes als Percussion-Instrument.


Tom "Howard" Hake eroberte die Herzen im Sturm


Höchst unterhaltsam und abwechslungsreich verging der Abend viel zu schnell, den die Zuschauer nicht ohne mehrere Zugaben zu Ende gehen lassen wollten. Und so wusste sich "Mistcapala" offenbar nicht mehr anders zu helfen, als das Publikum mit dem Kultsong "Da, da, da (ist der Ausgang)" höflich aber bestimmt aus dem Saal zu komplimentieren.

Text: Martin Hammer
Photos: Michael Pohl