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Jule Malischke & Stephan Bormann

am 16.09.2017 in der Alten Schule

Viele Singer/Songwriter waren in den zwanzig Jahres des Bestehens der Kulturkommode zu Gast in Osterburken. Selten jedoch haben die Besucher, die auch diesmal den Saal der Alten Schule füllten, mit Jule Malischke eine Künstlerin dieses Genres erlebt, die ihre Gitarre nicht nur zur bloßen Begleitung ihrer Texte benutzt, sondern das Instrument mit einer solchen Virtuosität beherrscht, dass die Synthese von Wort und Musik zu einem ganz besonderen Hörerlebnis wird. Überdies hatte sie als kongenialen musikalischen Partner den renommierten Ausnahmegitarristen Stephan Bormann an ihrer Seite, der dem Osterburkener Publikum seit seines begeisternden Auftritts mit dem Cristin-Claas-Trio noch in bester Erinnerung sein dürfte.


Jule Malischke

Die Begegnung mit Stephan Bormann als Gitarrenlehrer bei einem Workshop war für Jule Malischke die Motivation, ihrem abgeschlossenen Studium der klassischen Gitarre ein Masterstudium an der Musikhochschule in Dresden (an der Bormann eine Professur innehat) folgen zu lassen und sich hauptberuflich der Musik und der Bühne zu widmen - ein Glücksfall für alle, die gutgemachte, emotionale Singer/Songwriter-Musik verbunden mit großem instrumentalen Können schätzen. Glücklicherweise setzte sich die musikalische Zusammenarbeit der beiden sowohl auf der Bühne als auch in der gemeinsamen Produktion der 2014 erschienenen CD mit dem Titel "Whatever may happen" fort. Diese Sammlung leidenschaftlicher Songs aus eigener Feder bilden auch die Basis für die Konzerte der geborenen Heidenheimerin, ergänzt durch Kompositionen von Stephan Bormann und erfrischend eigenen Versionen bekannter Songs.



Stephan Bormann

Es war faszinierend, den beiden Gitarristen intensiv zu lauschen und zu beobachten, wie sie sich wahlweise ergänzen oder herausfordern; ihre Spieltechniken und die Behandlung ihrer Instrumente zeugen von hohem instrumentalen Können. Egal ob die Saiten gezupft, geschlagen, gestreichelt werden oder die Gitarre sogar als Percussionsinstrument genutzt wird: die Genialität des Duos Malischke/Bormann blitzte ein ums andere Mal auf.


In erster Linie erzeugt wurde die besondere Atmosphäre dieses Konzerts allerdings durch die Kombination aus dem perfekt aufeinander abgestimmten Zusammenspiel zweier genialer Instrumentalisten, der harmonischen Musik mit Anleihen aus Jazz und Pop, dem wundervollen Gesang und den authentischen Texten Jule Malischkes und den charmanten Ansagen und Zwiegesprächen auf der Bühne.

Mit insgesamt neun Gitarren im Gepäck zauberten Jule Malischke und Stephan Bormann einen Abend in die Alte Schule, der musikalisch mitreißend und zum entspannt Zurücklehnen gleichermaßen war.

Text: Martin Hammer
Fotos: Michael Pohl