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Männer ohne Nerven

am 21.04.2007 in der Aula des GTO

Was haben ein verklemmter Rentierpullover-Träger, ein intellektuell wirkender junger Mann im feinen Anzug, der Kerl im Blaumann, der Black & Decker für ein Liebespaar hält und der sportlich wirkende Typ, der sogar schon einmal eine Freundin hatte, gemeinsam? Sie haben alle mehr oder weniger schlechte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht, haben dennoch jede Menge Humor und hervorragende Stimmen und kamen als "Männer ohne Nerven" für ein Gastspiel bei der Kulturkommode und der SMV des GTO nach Osterburken. Das Quartett war vor sieben Jahren eine der ersten A-cappella-Formationen im Programm der Kulturkommode und sorgte schon damals für einen fulminanten Auftritt, so dass es kaum verwunderte, dass die Fans auch dieses Mal ins Ganztagesgymnasium strömten und die Aula bis auf den letzten Platz füllten.


Volle Aula dank der Männer ohne Nerven


Nach einer zwischenzeitlichen künstlerischen Pause und einer teilweisen Umbesetzung der Gruppe sind Philipp Leschhorn (Bariton), Norbert Kotzan (Tenor), Christoph Schmidt (Bariton) und Thorsten Werner (Bass) seit etwa drei Jahren wieder unterwegs und geben vor allem auf den Bühnen im Rhein-Neckar-Dreieck mit großem Erfolg ihre "Männergeschichten" zum Besten. Diese sind geprägt von bisher eher unglücklichen Beziehungen zu Frauen, die sie nun zum Vergnügen der Zuhörer während ihrer Konzerte in öffentlichen Sitzungen ihrer Männer-Problem-Gruppe verarbeiten. Dazu gehören nicht nur die humorigen Vorstellungen der vier so unterschiedlichen Charaktere und ihrer Schicksale, sondern vor allem die gekonnt vierstimmig vorgetragenen "Lebensbeichten", die mit flotten Gesangs-Arrangements und witzigen Texten das Publikum ein ums andere Mal begeisterten.


MoN als Boygroup

Dass Männer beispielsweise zu Primaten werden, wenn es um die Sportschau am Samstagabend geht und somit einen natürlichen Gegenpol zu weiblichen Kai-Pflaume-Fans bilden, macht eine Beziehung eben nicht gerade einfach. Auch der verzweifelte Versuch, im Herzblatt-Hubschrauber die große Liebe kennen zu lernen scheitert daran, dass diese in Wirklichkeit schon anderweitig liiert ist. Beinahe möchten einem die vier Jungs auf der Bühne leid tun, würde man nicht dauernd durch Lachanfälle unterbrochen, welche die "Männer ohne Nerven" beispielsweise während ihrer Version auf "Zu spät" von den Ärzten mit ihren ungelenken Tanzschritten, die schließlich in einem gewagten Sprung von der Bühne mündeten, hervorrufen. Doch auch Songs wie "Mädchen, lach doch mal" und "Masseur" können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Vier eben doch nie Liebhaber, sondern immer nur gute Freunde von Frauen sein werden. Hoffnung schöpfen die Gesangsvirtuosen dann eben mit Hilfe eines Personality-Coaches, der ihnen geraten hatte, einfach mal dorthin zu gehen, wo man Frauen trifft – wo kann man sich sonst so schön einen Einkaufswagen teilen und die Angebetete danach zu einem Schluck Rotwein aus dem Tetra-Pack einladen, wie bei "Aldi"?



Ja, auch die "Männer ohne Nerven" haben durchaus ihre romantische Seite: Mit dem A-cappella-Klassiker "Only you" von den Flying Pickets und "Lonesome road" von James Taylor hätte der Kuschelfaktor enorm steigen können, wäre nicht die zum Schreien komische Steh-Blues-Anekdote dazwischen gekommen.


Die MoN sagen Tschüss

Aufs Beste unterhielt das A-cappella-Quartett mit einer gelungenen Kombination aus gesanglichem Können und gekonntem Klamauk das Osterburkener Publikum, das bei der Zugabe "Pata Pata" einfach so lange dreistimmig weitersang, bis die sympathischen Jungs nochmals für einige Stücke die Bühne betraten. Wunderbare Stimmen, herrlich skurrile Geschichten, verpackt in erfrischend arrangierten Songs mit witzigen Texten – das sind die Zutaten aus denen die Lachrezepte der "Männer ohne Nerven" gemixt werden. Und ganz offensichtlich bekam jeder Zuhörer an diesem Abend eine ordentliche Dosis davon ab.

Text: Martin Hammer
Photos: Michael Pohl