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Christina Lux

am 18.11.2006 in der Alten Schule

Songs voll Gefühl und Groove hatte Christina Lux bei ihrem Konzert im Saal der Alten Schule in Osterburken im Gepäck und freute sich darüber, dass die Kulturkommode als Veranstalter es geschafft hatte, "den Laden so voll zu kriegen". Auch die Zuhörer freuten sich auf das Konzert der Liedermacherin aus Kassel und wurden, um es vorweg zu nehmen, in ihren hohen Erwartungen nicht enttäuscht. "Acoustic Soul" nennt Christina Lux ihre Musik und umschreibt damit kurz und prägnant, was man einen Abend lang von ihr zu hören bekommt: Lieder, die von Herzen kommen, mit Texten, die ihr aus der Seele sprechen und denen es mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht, gelingt, das Publikum emotional zu berühren. "Coming home at last", der Opener des Konzerts, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Christina Lux mit einfühlsamem Gesang und variantenreichem Gitarrenspiel die Zuhörer mit ihren Balladen von Beginn an mühelos in ihren Bann zog.


Doch nicht nur die ruhigen Momente sind es, die begeistern. Immer wieder eingestreute unheimlich groovende, beinahe funkige Songs zeugen vom musikalischen Facettenreichtum der Sängerin. Nicht von ungefähr kommt diese wandelbare Stimme, begann Christina Lux ihre Gesangskarriere doch als gefragte Backgroundsängerin namhafter deutscher Bands und nicht zuletzt als Mitglied der A-Cappella-Formation "Vocaleros", von der sie sich auf der Suche nach weiterer musikalischer Kreativität schweren Herzens trennte, um fortan in verschiedenen Ensembles ihren einzigartigen Mix aus Jazz gepaart mit exzellenten Songwriter-Qualitäten zu entwickeln.



Christina Lux ist eine Künstlerin, die etwas zu sagen hat. Nicht nur in ihren Songtexten bezieht sie klare Positionen, auch ihre Statements zwischen den Stücken zeigen sie als einen Menschen, der für die Freiheit von Lebensstilen einsteht und sich gegen jede Art von Ungerechtigkeit, Gewalt und Ignoranz auflehnt. So entstehen bitter-süße Lieder, die durchaus kritische Texte in wunderbare Melodien verpacken. Indem Christina Lux ernsthaft, oft jedoch auch humorvoll über die Entstehungsgeschichten ihrer Songs erzählt, erleichtert sie dem Zuhörer nicht nur den Zugang zu ihren zumeist englischen Texten, sondern gibt dabei auch erfreulich viel von ihrer Persönlichkeit preis. So entstehen intelligente Überleitungen, die leicht und locker daherkommen, auch wenn sie inhaltlich mal nicht so unterhaltsam sind, weil es auch der anschließende Song nicht sein soll.
Ihr Gitarrenspiel ist dabei nicht nur, wie bei so vielen anderen Liedermachern, ein Mittel zum Transport ihrer Texte. Es begeistert einfach dabei zuzuschauen und vor allem zuzuhören, wie ihre Finger über die Saiten fegen und sowohl filigran gezupfte Akkorde, sanft groovende Riffs und immer wieder überraschende Harmonien zaubern. Auch an der E-Gitarre offenbart sie ihr großartiges Talent für perfekt getimten Rhythmus, und nicht wenige aus dem Publikum können nicht anders als diesem mit ganzem Körpereinsatz zu folgen.


Am stärksten ist Christina Lux jedoch, wenn sie mit samtener, manchmal beinah gehauchter Stimme ihre wunderschönen Balladen interpretiert. Man kann in diesen Songs versinken, für einen Moment lang die Welt um sich herum vergessen. Sie wecken Träume und Sehnsüchte, sie bauen auf, sind Seelenpflaster.
Gut über zwei Stunden singt und spielt diese zierliche Frau auf der Bühne, und man ist ein ums andere Mal hingerissen von dieser starken Persönlichkeit, ihrer Power und ihrem Charme und fragt sich, warum ihre Songs derart berühren. Ist es die großartige Stimme, das intensive Gitarrenspiel, sind es die einfühlsamen Harmonien oder die tiefsinnigen Texte? Vermutlich ist es genau diese Kombination, die bei Christina Lux von all dem in reicher Fülle bietet.

Text: Martin Hammer
Photos: Michael Pohl