Erbsen auf halb 6
Liebe macht sehend
Das Schicksal trifft Jakob (Hilmir Snaer Gudnason) wie ein Paukenschlag: Als der junge, ambitionierte Theaterregisseur bei einem Autounfall sein Augenlicht verliert, scheint sein Leben für ihn zu Ende zu sein. Er findet sich in der Welt nicht mehr zurecht, weder psychisch noch physisch, und seinen geliebten Beruf muss er ebenfalls an den Nagel hängen. Die blind geborene Therapeutin Lilly (Fritzi Haberlandt) wird ihm -zunächst gegen seinen Willen- zur Seite gestellt. Die beiden wagen etwas, was sich Sehende kaum trauen würden: Sie begeben sich auf eine spontane Reise quer durch Europa bis nach Weißrussland, wo Jakob noch einmal seine sterbenskranke Mutter treffen möchte. Unterwegs mit Schiffen, Bussen und zu Fuß erleben Lilly und Jakob auf ihrem Weg zum Meer die schrägsten Abenteuer, welche die beiden in manch komische Situationen führen. Kaum merklich nähern sich die so unterschiedlichen Menschen einander an, und Jakob findet durch die langsam erwachende Liebe zu Lilly schließlich zu seinem Lebenssinn zurück.
Erbsen auf halb 6 ist ein Juwel des aktuellen deutschen Films im Stil von "Jenseits der Stille": Eine ausgesprochen sehenswerte, ästhetisch ansprechend in Szene gesetzte Tragikomödie mit hervorragenden Hauptdarstellern und ausdrucksstarker Musik, die vielleicht gerade wegen ihrer ernsten Thematik gleichermaßen Humor und Tiefe besitzt. In anrührender und sensibler Weise führt Regisseur Lars Büchel Sehende in die Welt der Blinden ein. Zur Belohnung gab es als Auszeichnung im Jahr 2004 den Deutschen Film-
preis in Gold.
Wann und Wo?
- Termin: Samstag, 10. November 2007, 20.00 Uhr
- Ort: Alte Schule (neben Parkhaus)
- Eintrittspreis: Abendkasse EUR 5,-
- Einlass: 19.00 Uhr
